Produkttest
VKI zeigt sich fast durchgehend mit Qualität von Gesichts-Sonnencremes zufrieden

Der Verein für Konsumenteninformation hat in einem internationalen Gemeinschaftstest geprüft, inwieweit die Cremes einen verlässlichen Schutz bieten und kam dabei zu einem zufriedenstellenden Ergebnis. Nur in einer Kategorie konnte kaum ein Produkt überzeugen.

Nach Monaten des grausigen Wetters ist es wenig verwunderlich, dass, sobald die Temperaturen es erlauben, die Menschen nach draußen drängen und die Sonne genießen. Allerdings unterschätzen viele die Gefahren der direkten Sonneneinstrahlung für die Haut. So sorgt ein ausgiebiges Sonnenbad ohne Schutz nicht nur für eine vorzeitige Hautalterung, sondern kann im schlimmsten Fall auch zu Krebs führen. Sonnenlicht setzt sich aus verschiedenen Strahlen zusammen – darunter ultraviolette Strahlen (UV-A, UV-B und UV-C). Während UV-C von der Ozonschicht gebremst wird, erreichen UV-A und UV-B die Erde. Treffen dabei UV-B-Strahlen auf Hautoberflächen, führt das zur Synthese von Melanin, wodurch sich die Haut färbt. Sie sind auch für Sonnenbrand verantwortlich. UV-A-Strahlen sind hingegen weniger aktiv. Allerdings sind sie, einmal abgesehen von den positiven Effekten wie der Förderung der Vitamin-D-Synthese, ebenso gefährlich für die Haut, da sie tiefer eindringen. Umso wichtiger ist es, die eigene Haut vor den Strahlen zu schützen. Das gelingt mithilfe von Sonnencreme.

Dabei ist keine Körperregion so häufig den UV-Strahlen ausgesetzt wie das Gesicht. Der Verein für Konsumenteninformationen (VKI) hat sich daher angesehen, welche der Gesichts-Sonnencremes wirklich ausreichenden Schutz bieten. Dafür haben sie zwölf Produkte genauer untersucht. Das Ergebnis war weitgehend zufriedenstellend – bis auf eine Kategorie. In der konnte nahezu keine der Gesichtscremes überzeugen.

Elf von zwölf Produkten mit guter Qualität

Geprüft wurde der UV-A- und der UV-B-Schutz von zwölf Produkten in einem internationalen Gemeinschaftstest. "UV-A-Strahlung ist eine der Hauptursachen für Falten und ein bedeutender Faktor bei der Entstehung aller Arten von Hautkrebs", so Brigit Schiller, VKI-Projektleiterin. "UV-B-Strahlung ist hingegen unmittelbar für Sonnenbrand verantwortlich und spielt auch bei der Entstehung von Hautkrebs eine Rolle." Das Ergebnis: Bis auf ein Produkt konnten alle getesteten Sonnenschutzmittel beim UV-Schutz überzeugen. 

Als einziges durchgefallen ist demnach das Produkt "Ultra Sensitive Sonnenfluid" der Bipa-Eigenmarke "BiCareSun". Es bot nur mangelhaften Schutz vor UV-B-Strahlung. Anzumerken sei an dieser Stelle, dass dieses Bipa-Eigenmarke-Produkt aktuell nicht mehr in den Verkauf gebracht wird.

Luft nach oben

Mit Blick auf die Umwelteigenschaften ist das Ergebnis jedoch weniger zufriedenstellend. Bei der Bewertung dieser lag der Fokus darauf, wie die Inhaltsstoffe die Umwelt beeinflussen, wie ökologisch das Verpackungsmaterial ist und wie gut sich dieses recyceln lässt. "Wie schon in vergangenen Tests gibt es hier noch deutlich Luft nach oben", kritisiert Schiller. "Viele Produkte könnten etwa durch den Verzicht auf Umverpackungen eine deutlich bessere Umweltbilanz erzielen." 

Zudem waren in allen Cremes umweltkritische Stoffe enthalten. Entsprechend mager fiel die Bewertung bei den Umwelteigenschaften aus: Nur zwei von zwölf Produkten erhielten in diesem Prüfpunkt eine "durchschnittliche" Bewertung - der Rest schnitt schlechter ab. 

Anwendung

Auch die Anwendung der Cremes wurde getestet. Dabei zeigte sich, dass in diesem Prüfpunkt die Produkte alle durchweg "gut" abschnitten. "Im Vergleich mit klassischen Sonnencremes lassen sich Präparate für das Gesicht zwar besser auftragen und sie ziehen auch rascher in die Haut ein", so Schiller. "Zwingend notwendig sind sie jedoch nicht: Eine klassische Sonnencreme kann natürlich genauso gut für das Gesicht verwendet werden und ist in der Regel meist günstiger. Gleich wofür man sich entscheidet: Wichtig ist, dass die Haut ausreichend vor UV-Strahlung geschützt ist", so die VKI-Projektleiterin abschließend.

Den ausführlichen Testbericht finden Sie seit dem 27. März 2025 in der April-Ausgabe der Zeitschrift Konsument und auf der entsprechenden Webseite.

www.vki.at

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