Die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) hat ein neues Format ins Leben gerufen, die sogenannten "Gipfelgespräche". Beim kürzlich stattgefundenen Event, das erstmals in der SVS-Lounge in der Wiedner Hauptstraße vonstattenging, kamen 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zusammen, um sich mit dem Thema der Tagung "Mit Sicherheit selbständig" zu beschäftigen. Dabei beleuchteten sie die unterschiedlichen Systeme der EU-Länder aus rechtlicher Perspektive.
Österreich als Role Model
"Wir vergleichen uns heute international. Es ist wesentlicher zu schauen, was in Österreich gut funktioniert, wo wir gute Sicherheit bieten und wo wir uns eventuell auch verbessern können", so Peter Lehner, Obmann SVS, gegenüber LEADERSNET.tv. Weiters betonte Lehner, dass Österreich und Spanien mit der Pflichtversicherung im EU-Vergleich im Spitzenfeld bei der sozialen Absicherung für Selbstständige liege. "Das bestätigt eindrucksvoll den Kurs der SVS mit dem 360-Grad-Angebot für soziale Sicherheit und dem Prinzip der berufsständischen Selbstverwaltung", zeigt sich der Obmann erfreut.
Auch Alexander Biach, Generaldirektor SVS, betonte Österreichs Leistung in diesem Gebiet. "Uns bescheinigt die Europäische Kommission eine Vorreiterrolle in der sozialen Absicherung in sehr vielen Gebieten. Vor allem im Bereich der Pensionsversicherung und der Krankenversicherung – da haben wir, theoretisch bei einem Mindestbeitrag von 37 Euro Rundumschutz für sämtliche Operationen bis hin zum schrecklichen Männerschnupfen und das auch für die mitversicherten Angehörigen", erklärt Biach. "Das ist schon ein tolles Zeugnis, das die Europäische Kommission uns ausstellt, und in den Punkten, wo wir weiter arbeiten wollen und müssen, tun wir das auch gerne."
Analyse zum Sozialschutz und der Umsetzung in den Mitgliedstaaten
Gemeinsam mit dem Institut für Arbeits- und Sozialrecht der Universität Wien hat die SVS eine Analyse auf Basis der Empfehlung des Rates der EU zum Zugang zum Sozialschutz und der Umsetzung in den Mitgliedstaaten durchgeführt. Generell sei die soziale Absicherung der Selbstständigen in den unterschiedlichen EU-Ländern sehr komplex. Österreich und Spanien würden jedoch mit ihrer Pflichtversicherung hervorstechen. "Im EU-Vergleich sind wir als Gesundheitsvorsorgekasse absolute Spitze und wir wollen das weiter ausbauen. Vorsorgen ist besser als Eilen, heißt es", merkt Christoph Leitl, ehemaliger Präsident WKO und ehemaliger Obmann SVA, an und wird dabei unterstützt von Martina Rosenmayr-Khoshideh, Direktorin SVS: "Die Studien haben gezeigt, dass wir hier durchaus als ein Role Model im EU-Vergleich gelten. Und genau dieser Blick über die Grenzen ermöglicht es uns, noch besser zu werden. Das ist ja der Grund, warum wir diese wissenschaftlichen Studien entsprechend anstellen." Weiters erklärt Rosenmayr-Khoshideh, dass im Zuge des jüngsten Forschungsprojekts "SVS-On" nicht rechtfertigbare Unterschiede entdeckt, diese der Politik weitergegeben und Angleichungen bereits umgesetzt wurden.
So verfügt Deutschland über punktuelle Versicherungspflichten und freiwillige Versicherungsmöglichkeiten für Selbstständige. In den Niederlanden wiederum ist in einigen Sozialschutzbereichen lediglich im Rahmen der Arbeitslosenversicherung eine Weiterversicherung bzw. ein Weiterbezug möglich. "Österreich hat die Ratsempfehlung mit der Pflichtversicherung und der Option für eine freiwillige Arbeitslosenversicherung umfassend umgesetzt und im Vergleich zu den Niederlanden und Deutschland große Vorteile", so Elisabeth Brameshuber vom Institut Arbeits- und Sozialrecht der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Uni Wien. "Das österreichische System ist zwar komplex, aber hat eine weit höhere Transparenz als die Systeme der anderen EU-Länder. Mit der Entstehung der SVS ist Österreich ein Musterschüler; letzter fehlender Puzzlestein ist die Integration der materiellrechtlichen Bestimmungen zur Unfallversicherung in das GSVG."
Im Video zu sehen
Neben Peter Lehner (Obmann SVS), Alexander Biach (Generaldirektor SVS), Christoph Leitl (Ehem. Präsident, WKO & ehem. Obmann, SVA) und Martina Rosenmayr-Khoshideh (Direktorin SVS) holte LEADERSNET.tv auch Michael Heinisch (CEO, Vinzenz Gruppe), Elisabeth Brameshuber (Institut Arbeits- und Sozialrecht Rechtswissenschaftliche Fakultät Uni Wien) und Norbert Walter (Präsident Landwirtschaftskammer Wien) vor die Kamera.
Außerdem können Sie sich mittels Galerie einen Eindruck von der Veranstaltung verschaffen.
www.svs.at
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