Österreich hat "Aufholbedarf"
DMVÖ-Event rückte KI-gestützte Automatisierung in den Fokus

In Österreich nutzen immer noch sechs von zehn Unternehmen keine Künstliche Intelligenz – trotz großem Potenzial. Der Dialog Marketing Verband Österreich sieht hier "ordentlich Aufholbedarf" und bietet mit seiner Event-Reihe Raum zum praxisnahen Austausch. 

Obwohl KI-Lösungen im Vertrieb und Marketing Produktivitätssteigerungen von bis zu 40 Prozent bewirken können, wie aktuelle Studien nahelegen, wird Künstliche Intelligenz in Österreich erst in vier von zehn Unternehmen eingesetzt. Der Hauptgrund dafür ist oftmals mangelndes Know-how.

Genau hier wollte der Dialog Marketing Verband Österreich (DMVÖ) ansetzen und veranstaltete vergangene Woche gemeinsam mit der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Wien (WKW) ein Event unter dem Titel "Effizienter arbeiten, smarter Verkaufen: KI in der Praxis". Dabei zeigten die beiden Speaker des Abends, Gordan Volaric (CEO von Boom Strategy) und Werner Stenzel (MarTech Consultant bei Involver) praxisnah, wie sich KI-Projekte erfolgreich aufsetzen lassen und rasch zu messbaren Ergebnissen führen. Rund 40 Marketing- und Vertriebsexpert:innen ließen sich die Veranstaltung im Zimmer Co-Working Space im achten Wiener Gemeindebezirk nicht entgehen.

Schritt für Schritt zur Automatisierung

Gordan Volaric, der zunächst aus seiner langjährigen Erfahrung in Branchen wie Chemie, Aviation, SaaS und Automotive berichtete, betonte, dass Automatisierung für langfristigen Unternehmenserfolg unerlässlich sei, allerdings nicht überstürzt: "Ein effektiver Ansatz zur Prozessoptimierung setzt darauf, zuerst diejenigen Schritte zu automatisieren, bei denen wenig Aufwand auf maximale Wirkung trifft. Eine schrittweise Vorgehensweise anstelle einer kompletten End-to-End-Planung schafft schnelle Resultate und erhöht die Bereitschaft, in weitere Automatisierung zu investieren." So könne man die Erfolgsspirale früh in Gang setzen und sich langfristige Akzeptanz im Unternehmen sichern, ist sich Volaric sicher.

"Wer auf intelligente Prozessautomatisierung setzt, sollte nicht sofort in neue Softwarelösungen investieren", fügt Werner Stenzel an. "No-Code-Plattformen und gezielte Automatisierungsbausteine erweitern bestehende Systeme und schaffen damit schlanke, kostengünstige Strukturen." Statt sich mit komplexen Neuanwendungen zu belasten, verbessere man so laut dem Experten Schritt für Schritt das Bestehende, bleibe beweglich und minimiere den administrativen Aufwand. Welche Technologien sich für erste Schritte besonders gut eignen und wie man Daten, Prozesse und Kundenkommunikation automatisiert verknüpft, zeigte Stenzel den Anwesenden anhand konkreter Use Cases.

"Ordentlich Aufholbedarf"

DMVÖ-Präsidentin Alexandra Vetrovsky-Brychta unterstrich letztlich, dass es in Österreich "ordentlich Aufholbedarf" gebe, da hierzulande immerhin sechs von zehn Unternehmen immer noch auf Künstliche Intelligenz verzichten. Umso wichtiger sei es, Wissen und Strategien für den erfolgreichen Einsatz von KI zu vermitteln. "Das heutige Event hat genau dies getan und Expertenwissen niederschwellig anhand von Praxistipps vermittelt", so die DMVÖ-Präsidentin.

Neben den Expertenvorträgen stand vor allem der offene Austausch im Zentrum der Veranstaltung. So erhielten die Anwesenden Einblicke in effiziente Workflow-Automatisierung, KI-basierte Content-Erstellung sowie Voice-gestützte Lead-Generierung. Zudem bot sich die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten über erfolgreiche KI-Einsätze in der Praxis auszutauschen und so Anregungen für das eigene Berufsumfeld mitzunehmen. 

Nächste Veranstaltung am 9. April 2025

Auch das nächste DMVÖ-Event der Reihe "Let's talk about" beschäftigt sich wieder mit Künstlicher Intelligenz: Am 9. April lädt der Verband erneut ins Zimmer Co-Working Space und bietet im Rahmen des Titels "Die Kreativität ist tot – lang lebe die KI!" ein spannendes Programm – unter anderem werden Wajden Byloff und DMVÖ-Vizepräsident Michael Vaclav anhand praxisnaher Beispiele zeigen, dass künstliche Intelligenz nicht nur Prozesse automatisieren, sondern auch Innovations- und Kreativprozesse im Marketing revolutionieren kann, und wie das konkret gelingt.

www.dmvoe.at

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