Wegen Prime Video Werbepolitik
Über 80.000 Kunden klagen gegen Amazon

| Larissa Bilovits 
| 30.01.2025

Nachdem die Werbequote beim Streaming-Dienst Prime Video im vergangenen Jahr stark erhöht wurde und Kund:innen dem nur mit einem kostenpflichtigen Zusatz-Abo hätten entgehen können, fordern deutsche Verbraucherschützer:innen nun eine Rückzahlung. 

Seit einiger Zeit steht Amazon mit seinem Streaming-Dienst aufgrund dessen Werbepolitik in Kritik. So hatte der Konzern im Februar 2024 auf seiner Plattform Prime Video die Werbequote deutlich erhöht – und dies ohne Einwilligung der Kund:innen umgesetzt, kritisieren Verbraucherschützer:innen. Dementsprechend können sich betroffene Amazon-Prime-Kund:innen seit dem 23. Mai 2024 einer Sammelklage der Verbraucherzentrale Sachsen anschließen. Knapp 83.000 Menschen haben dies bereits getan.

17 Millionen potenziell Betroffene

Die Verbraucherzentrale Sachsen kritisiert, dass Amazon eine erhöhte Werbequote zwar vorab per E-Mail angekündigt, jedoch ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer:innen eingeführt habe. Laut der Verbraucherzentrale blieb Kund:innen nur eine Option, um der vermehrten Werbung zu entgehen: ein kostenpflichtiges Zusatz-Abonnement für 2,99 Euro im Monat abzuschließen, um das ursprüngliche Nutzungserlebnis beizubehalten. Die Leipziger Konsumentenschützer:innen schätzen das Gesamtvolumen, das Amazon damit einnimmt, bei etwa 17 Millionen potenziell Betroffenen auf dreistellige Millionenbeträge jährlich.

Amazon einen "Denkzettel verpassen"

"Man kalkuliert offenbar damit, dass Kund:innen so sehr an dem Angebot hängen, dass diese widerstandlos jede Preisanpassung mittragen", sagt Michael Hummel, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Sachsen. Man wolle Amazon mit der Klage "einen Denkzettel verpassen". 

Dementsprechend fordern die Verbraucherschützer:innen eine Rückerstattung der zusätzlich geleisteten Zahlungen an alle Prime-Kund:innen. Ob die Nutzer:innen das Zusatz-Abo für werbefreies Streaming gebucht haben oder nicht, spiele dabei keine Rolle. Die Entschädigungssumme belaufe sich pro Kund:in für ein Jahr auf 35,88 Euro.

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