Fotos der Österreich-Premiere vom A6 Avant
Audi schickt seinen neuen Business-Kombi an den Start

| Tobias Seifried 
| 25.03.2025

Mit der Neuauflage des A6 Avant will die Marke mit den vier Ringen ihre Spitzenposition gegen BMW 5er Touring und Mercedes E-Klasse T-Modell behaupten.

Dass der neue A6 (Avant) seine Modellbezeichnung doch behalten darf, hat Audi ganz kurzfristig entschieden. Eigentlich hätte er A7 (Avant) heißen sollen. Doch die neue Nomenklatur, laut der alle elektrischen Modelle künftig eine gerade Zahl und alle Verbrenner eine ungerade tragen sollten, war den Verantwortlichen dann doch ein zu großes Risiko (LEADERSNET berichtete). Deshalb gibt es nun neben dem rein elektrischen A6 e-tron Sportback/Avant auch einen herkömmlich angetriebenen A6 (Avant). Dieser wird jetzt ganz neu aufgelegt und feierte am Montag seine Österreich-Premiere. Zu den heimischen Händler:innen rollt er bereits im Mai 2025.

Bei der Präsentation im Audi House of Progress in der Wiener Kärntner Straße informierte Johannes Posch, Pressesprecher von Audi Österreich, über die wichtigsten Errungenschaften der neuen Generation. Dabei stellte er auch klar, dass Audi im Segment der großen Business-Kombis mit dem neuen A6 Avant die Nase vorn behalten möchte. Hier herrscht ja traditionell ein Dreikampf der deutschen Premiummarken Audi, BMW und Mercedes. Letztere sind mit dem 5er Touring und dem E-Klasse T-Modell im Business-Segment vertreten. Den neuen A6 gibt es zunächst nur als Kombi (Avant). Die Limousine wird erst am 15. April 2025 enthüllt. Hierzulande wird sich das auf die Verkaufszahlen kaum auswirken. Denn bei dem Fahrzeug greifen mehr als 80 Prozent zum praktischeren und für viele auch schöneren Heck. In den USA oder in China ist es genau umgekehrt, dort wird fast ausschließlich die Limousine gekauft.

Doch zurück zum neuen A6 Avant (interne Bezeichnung "C9") und dessen Bedeutung für die Marke mit den vier Ringen. Wenn man die Vorgänger der "C-Baureihe", also den Audi 100, mitrechnet, markierte das Modell vor 57 Jahren den Einstieg der Marke in die obere Mittelklasse. Der sich seit 2018 im Verkauf befindliche Vorgänger ("C8") war im Jahr 2024 mit 1.511 Neuzulassungen trotz seines Alters Spitzenreiter in seiner Klasse und machte allein über zehn Prozent des Segment-Gesamtvolumens aus. Dabei entfielen fast 85 Prozent auf den Avant. Die Neuauflage soll diesen Erfolg nun fortsetzen.

Optik und Raumangebot

Damit das gelingt, hat Audi den A6 Avant dynamischer, effizienter und digitaler gemacht. Optisch wirkt er nicht ganz so "glatt gelutscht" wie der voll auf Aerodynamik getrimmte A6 e-tron. Vorn dominieren wie bei allen aktuellen Modellen der Marke der große Singleframe-Grill und die schmalen Scheinwerfer. Ein cooles Feature sind die anpassbaren LED-Tagfahrlichter vorn und die interaktiven OLED-Rückleuchten, die allerdings extra zu bezahlen sind. Zum insgesamt sportlichen Auftritt tragen neben den Air Curtains und dem steuerbaren Kühllufteintritt an der Front vor allem der Dachspoiler und die Aeroblenden seitlich der Heckscheibe bei. Hinten gibt es einen Diffusor, der in den S-Line-Versionen besonders auffällig wirkt. Zugleich sorgen der lange Radstand und die gestreckte Motorhaube für ausgewogene Proportionen. In den Radhäusern stecken 18 bis 21 Zoll große Räder. Wie eine erste Sitzprobe offenbarte, sind die Platzverhältnisse im Innenraum vorn wie hinten richtig gut. Bei einer Außenlänge von fast fünf Metern (4.999 mm) ist das aber auch kein Wunder. Das Kofferraumvolumen ist ob der schieren Größe des Autos etwas enttäuschend und liegt mit 503 bis 1.534 Litern klar hinter den beiden Hauptkonkurrenten. An der Variabilität gibt es hingegen nichts auszusetzen. Die im Verhältnis 40:20:40 umklappbaren Rücksitze, ein Schienensystem, das Ablagen- und Gepäckraumpaket sowie ein Trennnetz gehören zur Standardausstattung. Optional gibt es außerdem ein Fixierset mit Teleskopstange und Spannband. Die elektrische Heckklappe, die per Fußgeste öffnet und schließt, ist serienmäßig verbaut. 

Innenraum und Ausstattung

Im Cockpit gibt es keine Überraschungen. Hier vertraut Audi bei seinen neuen Modellen wie A5 (Avant), Q5 (Sportback), Q6 e-tron oder A6 e-tron auf dasselbe Grundkonzept. So gibt es nun auch im A6 ein zusammenhängendes gebogenes Display, das aus einem 11,9 Zoll großen Kombiinstrument hinter dem Lenkrad und einem 14,5 Zoll großen Touchscreen rechts daneben besteht. Für die Beifahrerseite bietet Audi optional ein 10,9 Zoll großes Display an, auf dem u. a. Filme gestreamt werden können. Der Großteil der Bedienung erfolgt über den Touchscreen oder Sensortasten. Letztere sind in den Türtafeln sowie im Lenkrad verbaut und geben dankenswerterweise ein haptisches Feedback mit einem ordentlichen "Klacken". Äußerst positiv zu vermerken ist, dass Audi nach wie vor einen echten Lautstärkedrehregler verbaut. Natürlich ist der Business-Kombi voll vernetzt, verfügt über eine Sprachsteuerung mit ChatGPT-Unterstützung und wartet mit einer ganzen Armada an (aktiven) Assistenzsystemen auf. Die verwendeten Materialien passen zumindest im Sichtbereich zum Premiumanspruch. Weiter unten ist aber teils ziemlich viel Hartplastik verbaut. Die im in Wien ausgestellten Fahrzeug verbauten Sitze bieten eine perfekte Mischung aus Sportlichkeit und Komfort. Den Wohlfühlfaktor erhöht zudem das schaltbare Panorama-Glasdach, bei dem auch einzelne Segmente verdunkelt werden können. Zu den optionalen Highlights zählen u. a. ein großformatiges Head-up-Display, das Premium-Soundsystem mit 3D-Klang von Bang & Olufsen oder die Vier-Zonen-Klimaautomatik.

In Hinblick auf die Ausstattung des Fahrzeugs kommt auch beim neuen A6 die schon bei den zuletzt eingeführten Modellen wie in Stufen organisierte "Tech-Paket"-Struktur zum Einsatz. Diese bietet drei Pakete, die den Großteil der verfügbaren Ausstattungsoptionen in sich vereinen und so für mehr Übersicht sorgen sollen. "Hier erwarten wir, dass ein Großteil – rund 65 Prozent – unserer Kundschaft zum Tech Plus-Paket greifen wird, weitere rund 25 Prozent zum Tech pro-Paket", so Posch.

Antriebe

Unter der Haube gibt es zunächst ebenfalls keine Überraschungen. Denn der neue A6 nutzt die noch taufrische Premium Platform Combustion (PPC), die im neuen A5 (Avant) erstmals zum Einsatz kam. Und mit dem kleineren Bruder teilt sich der Business-Kombi zum Marktstart auch die Motorenpalette, die teils über die Mild-Hybrid-Technologie "MHEV plus" verfügt. Neben dem 2.0 TDI Vierzylinder mit 150 kW (204 PS) ist diese Teilelektrifizierung auch beim 3.0 TFSI Sechszylinder mit 270 kW (367 PS) verbaut. Das System besteht aus einer 48-Volt-Batterie, dem Riemenstartergenerator (RSG) sowie dem Triebstranggenerator (TSG) mit integrierter Leistungselektronik. Der TSG ermöglicht rein elektrisches Einparken und Rangieren sowie Segeln. Darüber hinaus erzeugt er beim Anfahren oder Überholen zusätzlich bis zu 230 Newtonmeter Drehmoment und bis zu 18 kW (24 PS) Leistung. Während es den Diesel optional mit Allradantrieb (quattro) gibt, ist dieser beim großen Benziner serienmäßig an Bord. Als Einstiegsbenziner fungiert ein ebenfalls 150 kW (204 PS) starker 2,0 Liter TFSI, der stets an den Frontantrieb gekoppelt ist. Geschaltet wird – der Klasse entsprechend – stets automatisch. Gegen Ende des Jahres sollen noch zwei Plug-in-Hybridversionen (PHEV) mit einer elektrischen Reichweite von mehr als 100 Kilometer folgen. Und wer Audi kennt, wird wissen, dass auch noch zwei scharfe Versionen kommen dürften: der S6 und der RS6.

Beim Fahrwerk haben die Ingenieur:innen ebenfalls Hand angelegt. Besonders stolz sind sie auf die Allradlenkung und die adaptive Luftfederung, die beide extra kosten. Letztere soll das Fahrzeugniveau und die Dämpfung automatisch so regeln, um für hohen Fahrkomfort und agiles Handling gleichermaßen zu sorgen. Die in der neuen Generation serienmäßige Progressivlenkung soll dem großen Kombi zu einem präzisen und leichtfüßigen Fahrverhalten verhelfen. Ob das zutrifft, wird ein Test zeigen.

Preise und Verfügbarkeit

Allzu lange müssen sich Interessent:innen nicht mehr gedulden. Denn der neue A6 Avant ist bereits bestellbar und soll ab Mai 2025 ausgeliefert werden. Mit der Einstiegsmotorisierung kostet er als TFSI 150 kW, in Österreich ab 66.200 Euro. Der 2.0 TDI mit der MHEV plus-Technologie steht ab 69.150 Euro in der Preisliste. Für das vorläufige Top-Modell (3.0 TFSI quattro) werden mindestens 91.701 Euro fällig. Zum Vergleich: Beim BMW 5er Touring geht es ab 67.504 Euro los, Mercedes verlangt für das E-Klasse T-Modell mindestens 64.790 Euro. Preislich liegen die drei Konkurrenten also ziemlich nah beieinander – gleiches gilt für Technik, Optionen und Antriebsvielfalt. Hauptkaufkriterien dürften also die eigene Markenvorliebe, das Design und in Sachen Firmenkund:innen die Flottenkonditionen sein.

In Summe erwartet Audi Österreich nach wie vor einen starken Überhang an Avant-Verkäufen. Rund 80 Prozent der Kund:innen dürften sich demnach für diese Karosserievariante entscheiden. Auch bei den Motorisierungen soll es einen klaren Bestseller geben: den TDI mit quattro-Allradantrieb. Auf diese Kombination werden dem Importeur (Porsche Holding) zufolge voraussichtlich 75 Prozent der Verkäufe fallen. Die restlichen 25 Prozent sollen sich die restlichen Motorisierungen relativ gleichmäßig aufteilen. Etwas neu gemischt könnten die Karten mit der Vorstellung der zwei PHEV-Varianten werden. Denn auf sie sollen in Summe 25 Prozent der Abschlüsse entfallen.

Fotos von der Österreich-Premiere sehen Sie in unserer Galerie.

www.audi.at

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