hokify-Report
Trend zu höheren Bildungsabschlüssen befeuert Fachkräftemangel

| Redaktion 
| 11.07.2024

Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass die Lücke zwischen qualifizierten Arbeitskräften und offenen Stellen schon in der Ausbildung beginnt.

Fachkräftemangel bedeutet, dass bestimmte Stellen nicht besetzt werden können, weil Fachkräfte, die über eine spezielle Qualifikation verfügen, nicht vorhanden sind. Der von hokify vorgestellte Fachkräftereport zeigt, dass der Trend zu höheren Bildungsabschlüssen und fehlendes gesellschaftliches Ansehen dazu führen, dass immer weniger dieser qualifizierten Fachkräfte nachrücken.

Die Anzahl der Nachwuchsfachkräfte in Österreich ist seit 2010 um 17 Prozent gefallen und damit auf einem historischen Tiefstand.

Lücke startet in der Ausbildung

Die Lücke zwischen Fachkräften und offenen Stellen beginnt schon in der Ausbildung, so der Tenor. Im Speziellen Klein- und Mittelbetriebe stehen vor Herausforderungen, wenn es darum geht, Lehrstellen zu besetzen. Gleichzeitig müssen Hochschulen Studien-Anwärter:innen absagen. Die Frage, die sich Expert:innen stellen, ist, ob die duale Ausbildung ein reines Imageproblem hat oder das rückläufige Interesse der jungen Talente an anderen Faktoren liegt. Während auf der einen Seite mit einem Studium breite Karrieremöglichkeiten, gutes Gehalt und eine vielseitige Ausbildung assoziiert werden, ist auf der anderen Seite oft unklar, welche Karriere- und Gehaltsmöglichkeiten eine Lehre bringt. Auch oft übersehen wird, dass die Lehre eine fundierte, praxisorientierte Berufsausbildung bietet und dabei auch Soft Skills und Verantwortungsbewusstsein fördert.

Welches Image hat die Lehre für dich? © hokify

"Die Lehre bildet in vielen Bereichen das Fundament einer erfolgreichen Karriere. Sie bereitet nicht auf das Berufsleben vor, sondern ist bereits ein wichtiger Bestandteil des Berufslebens, der aus jungen Menschen qualifizierte Fachkräfte mit sehr guten Berufsaussichten macht. Ist der Blick bereits auf das Studium fixiert, geht der Wert der Lehre jedoch leider oft unter. Dabei gibt es, aufgrund der in den letzten Jahren entstandenen Vielfältigkeit an berufsbegleitenden Ausbildungen viele Möglichkeiten, auch mit einem Lehrabschluss im Laufe der Berufstätigkeit noch weitere Chancen nutzen." sagt Jutta Perfahl-Strilka, CEO von hokify.

Lehre mit starkem Image

Die Lehre hat ein starkes Image. 46 Prozent der 1.000 von hokify befragten Jobsuchenden bewerten sie als "sehr gut", weitere 19 Prozent als "gut". Die Befragung zeigt außerdem, dass 58 Prozent der Befragten mit Lehrabschluss die Jobsuche als leicht oder sehr leicht empfinden. 18 Prozent der Hochschulabsolvent:innen mit Schwierigkeiten bei der Jobsuche zu kämpfen.

"Unsere Gesellschaft muss die Lehre stärker anerkennen und fördern, um den Fachkräftemangel nachhaltig zu bekämpfen. Es ist nicht zielführend, alle Berufsausbildungen, und damit langfristig auch den Arbeitsmarkt als Ganzes, ausschließlich zu akademisieren", so Perfahl-Strilka und ergänzt abschließend: "Unternehmen können durch gezielte Maßnahmen und eine verstärkte Kommunikation entscheidend dazu beitragen, die Lehre aufzuwerten. Gleichzeitig müssen Lehrberufe fair kompensiert werden und Lehrlingen angemessene Wertschätzung im Unternehmen entgegengebracht werden."

Den gesamten Fachkräftereport können Sie sich hier herunterladen. 

www.hokify.at

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